:: Sogenannte Freunde, Verwandten und Nachbarn ::

Trauer, ein schmerzhaftes Erlebnis durch den Verlust, Tod unserer beiden Söhne Jens und Marcel. Über Nacht war auf einmal alles ganz anders, nichts mehr so wie man es vorher kannte. Man konnte, man wollte es nicht wahrhaben, dass dein Kind nicht mehr nach Hause kommt. Stundenlanges hoffen und bangen die Tür möge sich öffnen und Marcel steht in der Tür und begrüßt einem in seiner sehr lieben Art und Weise wie nur er es konnte. Aber nichts geschieht. Man erlebte die Stunden und Tage nur in Trance. Von einer bekannten bekam man Beruhigungstropfen, vom Arzt wurde man lahmgelegt. So vergingen die Tage. Du quälst dich mit dem Verlust, vermissen und mit all dem ganzen Gefühlschaos und fragst dich ständig nach dem warum.

Irgendwann mal erinnert man sich an die Nacht in der die Kripo bei uns klingelte. An die schreckliche Nachricht die man dir überbrachte, an den Anruf an die Bekannte die dir die Tropfen später mal mitgab, an ihren Mann der dich anbrüllte, warum du in der Nacht anrufst, du Hilfe suchtest. Du dich erinnerst wie biegsam doch Menschen sein können, in dem Sie sich beim einkaufen hinter einem Regal versteckten um dann in einem fast 45 Gradwinkel zurückbogen nur um zu sehen wie Scheiße du dich wohl fühlst oder aussiehst.

Das Miststück, dass das ganze Leid und Elend über unsere Familie gebracht sich auf die Trauerfeier schlich und eine riesen Theater machte. Und erst ein Pfarrer Sie mit nach draußen nahm um Sie zu beruhigen. Sie sich nach der Trauerfeier wieder ans Grab schlich mit den Worten: “Ich habe es nicht so gemeint, ich habe es so nicht gewollt“.

Geschwister und Verwandte dir ihr Beileid aussprachen aber sonst allein ließen. Und sich sonst für keinen dummen Spruch zu schade waren. Man den Zustand meiner Frau beklagte, in dem man sagte:“Also der Zustand deiner Frau könnte besser sein, ich kenne Leute die stehen nach 6-7 Wochen wieder“. Und das sagte mein Bruder, der nicht einmal bei beiden unserer Söhne auf der Trauerfeier war. Manch ein Onkel oder Cousin/e glänzte durch Abwesenheit. Man lieber sich über die nächste Feier oder das nächste Grillfest unterhielt. Menschen die auf die Trauerfeier kamen nur um zu sehen um wenn es sich eigentlich handelt und hinterher keinen Hehl daraus machten und sagten, an das Grab eines Selbstmörders gehe ich nicht.

Dann 11 Monate nach dem Tod unseres jüngsten Sohnes auch noch unser ältester sich das Leben nahm. Er es selbst nicht mehr aushielt, das vermissen für ihn zu stark wurde. Sich durch das letzte Jahr seiner Ausbildung als Konditor quälte. Sein Lehrherr der es im besonders nach dem Tod seines Bruders sehr schwer machte und kein Verständnis aufbrachte. Im Gegenteil er sich selbst davon überzeugen musste in dem er auf den Friedhof ging um nachzuschauen ob das überhaupt stimmt mit seinem Bruder Marcel.

Eine Aussage lautete z.B.: Deine Berliner sind scheiße gemacht. Du musst zum Psychiater wegen deinem Bruder und ich wegen deinen Berliner.
Seinem Lehrherr es lieber gewesen wäre wenn er den Aufhebungsvertrag unterschrieben hätte. Schloss auch seine 2. Lehre erfolgreich ab und sein Lehrherr war froh, dass das Problem somit aus der Welt war. Er bekam die Kündigung. Nahm sich das Leben. Ohne daran zu denken was auch er damit anrichtete.

Man erneut wieder alles durchleben muss, die vielen Fragen, nach Antworten sucht. Man den Blicken und dem Gerede ausgeliefert ist. Man wieder mit dem Finger auf einen zeigt. Anteilnahme und Unterstützung vorheuchelt, dabei aber nur auf neue Informationen hofft um neuen Zündstoff bei dem täglichen Tratsch beim Metzger usw. im Mittelpunkt zu stehen. Es zu genießen sich über das Leid anderer auszulassen um einmal weg von seinen eigenen Problemen zu sein.

Die Verwandtschaft erneut durch abwesenheit glänzte. Freunde die dir nur solange Freund waren wie alles in Ordnung ist. Die wußten wo du wohnst und erreichbar bist so lange sie was von dir wollten. Jetzt aber einst mit der Wand, Hecke oder Blume werden so wie Sie dich sehen. Auf einmal wie vom Erdboden verschluckt sind. Sie dich fragten nach nur 8 Wochen, ob es nicht schon wieder besser sei. Marcel verstarb am 26.11.2009 und man uns zur Silvesterparty damals einlud. Als ob wir Lust dazu hätten zu dem Zeitpunkt auf eine Party zu gehen. „??? ???“ Unser Nachbar dir lieber das Ordnungsamt schickt, weil nach seiner Meinung der Gehweg, die Straße nicht gereinigt wurde. Das war gerade mal 4 Monate nach dem Tod unseres ältesten Sohnes. Der durch sein pedantisches Verhalten sich eigentlich nur zum Gespött macht. Da gefällt mir der Spruch „Gott sieht alles, mein Nachbar noch mehr“.

Da es uns immer noch sehr schwer fällt sich zu konzentrieren, wir immer in Gedanken bei unseren Söhnen sind, brechen wir erst mal hier ab und schreiben zu einem anderen Zeitpunkt weiter.

Nur eins sei noch gesagt!

Wir sind auf keinem Fall verbittert, wir sind nur sauer auf die, die solch ein Verhalten an den Tag legen und sich keine Gedanken darüber machen

„Es könnte Sie morgen auch so ein Schicksal treffen“.

aktualisiert "26.12.2013"

Nun schon die 5. Weihnacht wo uns unser Marcel fehlt und die 4. beim Jens !!!

Feiern allein, ... was man halt feiern nennen kann.

Ist mit viel weinen überschattet und an erinnerungen vergangener

Weihnachten als wir noch zu fünft waren !!!

Uns graut`s schon vor Silvester 2013 ...

Nicht nur der Tod unserer Söhne, nein im August 2013 mußte ich

auch noch ins Krankenhaus und kam mit einer niederschmetternden Diagnose

wieder raus. Krankheit möchte ich nicht nennen, aber sie ist nicht heilbar.

Zumindest zum heutigen Stand der Medizin.

Jungs, ihr fehlt uns ...

Gerade geht mir der Gedanke durch den Kopf, als meine Frau mit der sogenannten

Freundin telefonierte. Meine Frau suchte eigentlich jemandem zum Reden.

Ihr viel aber nichts besseres ein als zu ihr zu sagen ...

Hättest du halt besser aufgepasst !!!

Warum sind Menschen so???

Warum behandeln die Menschen einen so als

hätte man Poken.

Seit 5 Jahren leben wir isoliert, gemieden...warum?

Ist Suizid anstecken... übertragbar ???

Man sieht Menschen in die Kirsche gehen ...

an Weihnachten "Christmesse", man sieht uns und wir sitzen allein.

Menschen die unsere Söhne von klein auf kennen,

kennen uns nicht mehr. Auf Kindergeburtstage waren,

Jugentreff usw ... ist es unangenehm wenn man Sie anspricht. Warum ???

Wir haben z.b. 10 Saisonkarten für`s Schwimmbad

besorgt damit Sie immer beschäftigt waren ...

Mit Freunden Spass haben können.

Sozialverhalten lernen! Was aber ist mit dem Sozialverhalten der Erwachsenen ???

Es waren gute Jungs.

17.05.2014

4 ½ Jahre nach dem Tod von Marcel und Jens ...

ist der Schmerz immer noch unerträglich ...

das vermissen nicht auszuhalten ...

dennoch man lebt, man existiert ...

Gerade viel mir ein, dass nach Marcels Tod man

Hilfe suchte, man mit Nina und Jens einfach nur weg wollte. Man sah wie sich ihr Zustand veränderte.

Der Hausarzt für uns 4 eine Kur in einem sogenannten

Traumazentrum beantragte, die aber für uns 3 abgelehnt wurde. Die einzige die durfte war Nina. Weit weg

von uns. Das Sie das nicht wollte nach diesem geschehen,

dass dürfte wohl jedem klar sein.

Für Jens meine Frau und mich hieß es:

"Es bestünde keinen Bedarf".

Und das haben einfach so 3 Personen von der Rentenkasse entschieden !!!

aktualisiert "19.05.2014"

 

 




Glücklich sind wir zwei gegangen,
immer gleichen Schritt's.
Was vom Schicksal du empfangen,
ich empfing es mit.

Ach, das war ein sich'res Wandern,
auch wenn's sturmumtost,
einer war die Kraft des andern,
war des andern Trost.

Und nun kann ich's nicht verstehen
und mir wird so bang.
Jeder muss alleine gehen
seinen schwersten Gang.





Da ist ein Land der Lebenden
und ein Land der Toten,
und die Brücke zwischen ihnen
ist die Liebe -
das einzige Bleibende,
der einzige Sinn.

THORNTON WILDER





Einen sanften Kuss zum Himmel ...




Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann,
ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.



Die Tage werden anders sein.
Mal heller und mal dunkler schein´.
Die Tage werden anders sein.
Nur nicht mehr wie früher




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